Wetterkolumne Osttiroler Bote

Mai 2024

April 2024

Die Temperaturschwankungen im April waren österreichweit wirklich enorm. Vom Frühsommer mit Spitzenwerten über 30 Grad bis zu spätwinterlichen Bedingungen und viel Neuschnee war alles dabei.
Dabei muss man festhalten, dass der spätwinterliche Kälterückfall in der zweiten Monatshälfte nicht komplett untypisch war. Auch Minusgrade im Flachland sind so spät im Jahr zwar selten, kommen aber doch alle paar Jahre mal vor. Vergleichsweise kalte Tage im April gab es zuletzt in den Jahren 2017, 1997, 1991 und 1981.
Wirklich historisch und seit Beginn der Wetteraufzeichnungen einmalig war die Wärme/Hitze in der ersten Monatshälfte. Es gab eine wahre Rekordflut!

Letzte Woche erfolgte innerhalb von zwei Tagen ein Temperatursturz vom Sommer in den Winter. Während am Sonntag noch Temperaturen nahe 30 Grad im Schatten herrschten und nicht wenige mit T-Shirt und kurzer Hose durch die Gassen schlenderten, gab es zwei Tage später zum Beispiel in Oberkärnten Schneefall.
Wie kann sowas passieren? Am Sonntag erreichte an der Vorderseite eines Tiefs Luft aus Afrika unser Land und mit Hilfe der schon starken Sonne stiegen die Temperaturen kräftig an. Zwei Tage später erreichte uns dann Luft aus der Arktis. Die Temperaturen stürzten praktisch in den Keller und neben Schnee gab es beim Wetterwechsel auch Gewitter und Hagel.

Jedes Jahr entstehen beträchtliche Schäden durch das Wetter, beispielsweise durch den Wind. Sturmschäden erfolgen aufgrund von herumfliegenden Gegenständen wie Fassadenteile, Dachziegel oder Äste. Grundsätzlich kommt eine Versicherung (etwa die Eigenheimversicherung) für Sturmschäden auf. Doch wann zahlt die Ver­sich­er­ung eigentlich?
Versicherungen zahlen für Sturmschäden in der Regel erst ab Windstärke 8 (nach der sog. Beaufortskala), was einer Windgeschwindigkeit von mindestens 62 Kilometer pro Stunde entspricht.
Wir können den entsprechenden Nachweis liefern, und zwar für ganz Europa. Unser Wetterdaten-Archiv ist ziemlich umfassend.

In den letzten Woche wurden immer wieder große Mengen an Saharasand zu uns verfrachtet.
Bei einer Südwetterlage und einem Tief über der Sahara wird der dort bei Gewittern aufgewirbelte Sand oder Staub in großen Höhen zu uns geführt und verur-sacht bei uns eine zum Teil starke Trübung der Luft.
Zudem erhöht sich die gesundheitsschädliche Feinstaubbelastung beträchtlich und bei Niederschlag wird der Sand als Blutregen oder Blutschnee herausgewaschen. Damit wird der Schnee rötlich verfärbt, wodurch ein rascheres Abschmelzen eintritt.
Der Saharasand wirkt sich aber auch positiv auf unsere Bodenqualität aus.

März 2024

April, April, der macht was er will!
So lautet eine Wetterregel für den kommenden Monat. Warum ist das aber so?
Im April ist die Sonne bereits sehr stark und sie erwärmt die Landmassen rascher als die Meeresgebiete. Warme Luft ist leichter als kalte und somit entsteht über dem Kontinent ein flaches Tief. Dieses saugt vom Meer die frische Luft an und somit kommt immer wieder kühle und feuchte Luft vom Meer nach Europa.
Dies bewirkt sehr viel Abwechslung beim Wetter. Zudem ist die Meereisfläche über der Arktis noch groß. Kommt die Luft von dort, dann kann es sogar noch einmal winterlich kalt werden.

Nach einem Rekord-Februar hat der März in der gleichen Art und Weise weitergemacht. Auch dieser Monat war im Tiefland Österreichs der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der zweite in Folge. Der März brachte zudem wenig Sonne und viel Niederschlag.
Ein weiterer Rekord in der Messgeschichte Österreichs:
Das gerade zu Ende gegangene Winterhalbjahr (Monate Oktober – März) war das mit Abstand wärmste seit Messbeginn 1768.
Der Klimawandel nimmt also immer weiter Fahrt auf. Er ist Fakt und nicht wegzudiskutieren. Trotzdem möchte ich in diesem Zusammenhang – ganz bewusst – auf Begriffe, wie etwa Klimakatastrophe oder Klimakrise, verzichten.

In dieser Woche hat der Frühling begonnen (Mittwoch). Die sogenannte Tag- und Nachtgleiche kennzeichnet den Übergang vom Winter in den Frühling. Ab dem 20. März sind die Tage allgemein wieder länger als die Nächte.
Ist die Frühjahrssonne eigentlich kräftiger als Herbstsonne? Diese Frage muss man mit Ja beantworten. Zum Frühlingsanfang ist die Erde der Sonne nämlich gut 1 Million Kilometer näher als zum Herbstanfang. Auch wenn die Auswirkungen nur gering sind, vernachlässigen darf man diesen Effekt nicht. Und während sich die Intensität der Sonnenstrahlung im Herbst mit sinkendem Sonnenstand rasch verringert, nimmt sie im Frühling von Tag zu Tag stark zu.

Im Monat März gewinnt der Frühling immer mehr an Kraft, weil auch die Sonne immer länger und stärker schein. Am Ende des Monats geht die Sonne in der Früh um eine Stunde früher auf als zum Monatstart. Am Abend scheint die Sonne dann um etwa 45 Minuten länger. Also nimmt die Sonnenscheindauer um beinahe 2 Stunden zu.
Aber nicht nur die Tageslänge nimmt deutlich zu, auch der Einstrahlungswinkel der Sonne und damit die Stärke der Sonne nimmt deutlich zu. Die Sonne steht zu Mittag am Ende des Monats um ca. 12 Grad höher als zum Monatstart. Man merkt dies, wenn man in der Sonne steht und spürt wie die Sonne wärmt.

Februar 2024

Der Februar hat sämtliche Temperaturrekorde gebrochen, ja sogar richtiggehend pulverisiert. Noch nie, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, war es zuletzt wärmer. Und dabei war der Februar früher mal ein Hochwintermonat. Der Klimawandel lässt grüßen!
Wegen der extrem hohen Temperaturen ist die Natur insgesamt auch schon viel früher dran als normal zu dieser Zeit. Die verfrühte Vegetationsentwicklung birgt sicher eine große Gefahr in sich. Vor allem für Hobbygärtner und Obstbauern kann es in den nächsten Wochen sehr heikel werden. Sie müssen die empfindlichen Blüten schon zeitiger als sonst vor Frostschäden schützen. Minusgrade sind ja noch länger möglich!

In den letzten Wochen war es überall im Alpenraum viel zu mild mit Temperaturen wie normalerweise im Frühling. Und das im Februar, wo wir uns eigentlich noch mitten im Hochwinter befinden! Auch Schnee war zuletzt unterhalb der Waldgrenze absolute Mangelware, und zwar beidseitig es Alpenhauptkammes.
Heuer jährt sich der Lawinenwinter von 1999. Genau vor 25 Jahren hat die Witterung in den Alpen völlig anders ausgesehen als derzeit. Riesige Neuschneemengen an der Alpennordseite hatten damals im Februar zu verheerenden Lawinenabgängen geführt. Besonders dramatisch war die Situation in Galtür (Gemeinde Ischgl). Es gab insgesamt 38 Todesopfer.

In der letzten Woche konnten wir in Lienz beinahe 20 Grad verzeichnen und nicht wenige Mitmenschen fragten mich, ob nun bereits der Frühling gekommen ist.
Nein, der Winter kann auch noch in den nächsten Wochen vorbeischauen. Ob er es auch wirklich macht, werden wir sehen.
Warum war es aber in der Vorwoche so warm?
Dafür sind mehrere Punkte verantwortlich. Zuerst strömte relativ warme Luft nach Mitteleuropa. Sie musste zweitens bei Nordwestwind über die Alpen aufsteigen und kam bei uns als Nordföhn an. Als dritter Punkt ist der fehlende Schnee zu nennen. Wäre Schnee vorhanden, dann wäre es sicherlich kühler geblieben.

Wenn man sich die grobe Temperaturentwicklung in Europa im letzten Jahrtausend ansieht, so kann man drei markante Klimaepochen erkennen. Von 1000 bis ungefähr 1300 gab es die Mittelalterliche Warmzeit. Danach folgte mit der Kleinen Eiszeit von ca. 1400 bis 1900 eine relativ kalte Phase. Im 20. Jahrhundert hat dann die Warmphase der Neuzeit begonnen. Sie hält bis heute an.
Besonders spannend finde ich die Mittelalterliche Warmzeit, weil das Temperaturniveau zu dieser Zeit wahrscheinlich ähnlich hoch war wie heute. Die Gletscher haben sich stark zurückgezogen. Die Wikinger haben damals sogar in Grönland Getreide angebaut und Viehzucht betrieben!

Jänner 2024

Dienstagfrüh, zum Teil auch Mittwochfrüh, waren die Wege und Straßen vielerorts in Österreich spiegelglatt. Es gab zahlreiche Verkehrsunfälle. Die meisten Unfälle haben sich von Oberösterreich bis ins Burgenland ereignet.
Verantwortlich dafür war sog. Eisregen oder gefrierender Regen. Er tritt auf, wenn nach einer sehr kalten Wetterphase eine Warmfront Regen bringt. In höheren Lagen wird es rasch milder, wohingegen sich die Kaltluft in bodennahen Luftschichten noch länger hält. Die Regentropfen gefrieren dann spontan beim Kontakt mit der noch frostigen Luftschicht über den gefrorenen Böden zu Glatteis auf den Straßen. Das ist keine Seltenheit im Monat Jänner!

Der bisherige Winter wird in Europa von einer recht scharfen Luftmassengrenze dominiert, die sehr kalte Luft im Norden von deutlich milderer im Süden trennt.
Im Norden Europas war es heuer bisher ausgesprochen kalt mit Temperaturen in Skandinavien teilweise unter -40 Grad.
In Oslo wurde sogar eine neue Tiefsttemperatur gemessen. Dort sank die Temperatur erstmals seit langer, langer Zeit unter -30 Grad.
Bei uns hingegen kam die Luft in den letzten Wochen zumeist vom Atlantik und dieser ist heuer wärmer als sonst. Daher war richtiges Winterwetter bisher zumeist eine Fehlanzeige. Die Kälte ist aber nicht weit entfernt und somit könnte es auch bei uns rasch Winter werden.

Am Beginn eines neuen Jahres möchte ich noch einmal auf das Jahr 2023 zurückblicken und kurz einmal beschreiben wie das Klima in diesem Jahr in Lienz aussah.
Das Jahr 2023 war ein warmes Jahr. Insgesamt betrug die positive Abweichung 1,5 Grad Celsius. Besonders der September war ungewöhnlich warm.
In Sachen Niederschlag war 2023 zu feucht. Die positive Abweichung betrug etwa 50 mm. Besonders feucht waren der Juli und August sowie der Oktober. Der September sparte mit Regen.
Beim Sonnenschein gab es ein deutliches Minus. Um etwa 150 Stunden schien die Sonne weniger als normal. Besonders trüb war der Wonnemonat Mai.

Am 22. Dezember war astronomischer Winterbeginn und zudem Wintersonnenwende. Das ist gleichzeitig auch der kürzeste Tag und die längste Nacht im Jahr. Die Tageslänge nimmt ab dem 22. Dezember sofort wieder zu.
Ein wichtiger Aspekt am Rande: Der kürzeste Tag im Jahr, die Wintersonnwende, ist weder der Tag mit dem spätesten Sonnenaufgang noch der Tag mit dem frühesten Sonnenuntergang. Der früheste Sonnenuntergang findet schon lange vor dem Winteranfang statt, und zwar am 11. Dezember. Der späteste Sonnenaufgang wiederum ist erst am Monatsende. Beide Male ist die Tageslänge allerdings geringfügig mehr (ein paar Minuten) als am kürzesten Tag.

Dezember 2023

Auf den Bergen nördlich der Alpen liegt für die Jahreszeit bereits sehr viel Schnee. Schuld an dieser Entwicklung war die Großwetterlage der vergangenen Wochen. Immer wieder zogen Schlechtwetterfronten vom Atlantik kommend zu den Alpen und diese luden ihre Feuchtigkeit in Form von Schnee ab. Auf der Zugspitze und auf den Kaunertaler Gletscher gibt es bereits an die drei Meter Schnee und auch am Arlberg sind etwa 2,5 m Schnee gefallen.
Wir auf der Südseite der Alpen sind bei Westwetterlagen im Windschatten der Alpen und dementsprechend gibt es bei uns auch weniger Schnee.
Wir bekommen bei Süd- und Südostlagen mehr ab.

Das Elektrowerks Assling (EWA) plant also einen Windpark auf der Compedal-Hochalm. Die Anlage könnte 65 GWh Strom pro Jahr für rund 18.000 Haushalte erzeugen. Es handelt sich dabei wohl um die theoretische, maximale Leistung der Anlage. Die tatsächliche Leistung ist in der Regel viel geringer. Auch eine PV-Anlage erreicht praktisch nie die installierte Leistung.
Die Leistung eines Windrades hängt überproportional von der auftretenden Windgeschwindigkeit ab. Eine um die Hälfte geringere Windgeschwindigkeit, bringt nicht die Hälfte an Leistung, sondern nur mehr 1/8 der Leistung.
Nun sind Windmessungen geplant. Das macht absolut Sinn, um das Windpotenzial grob abschätzen zu können.

Weshalb schneit es bei einer Südwetterlage im Lesachtal/Tiroler Gailtal zumeist mehr als weiter im Norden. Diese Frage wurde mir schon wiederholt gestellt und ich möchte Sie hier einmal in einfachen Worten beantworten.
Wir leben in einem Gebirge. Strömt die Luft gegen die Berge so wird diese angehoben, sie kühlt sich ab und bildet Wolken. Beim südlichsten Gebirgszug fällt der erste Regen/Schnee aus, weiter nach Norden hin bleibt somit weniger Feuchtigkeit übrig.
Somit gibt es je weiter man inneralpin voranschreitet immer weniger Niederschlag. Somit fällt naturgemäß bei einer Südlage im Lesachtal am meisten, im Kalsertal und am wenigsten Schnee/Regen.

Das laufende Jahr 2023 wird nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus „ziemlich sicher“ das wärmste seit 125.000 Jahren. Ich bin bei solchen schreierischen Überschriften und Ankündigungen immer sehr skeptisch. Wer weiß denn schon genau, wie das Klima vor Tausenden Jahren auf der Erde war. Es liegen ja keine Messwerte aus dieser Zeit vor.
Wie kann man das Klima der Vergangenheit eigentlich rekonstruieren?
So wie Baumringe uns das Alter eines Baumes verraten, geben Eisbohrkerne Aufschluss über vergangene Klimaverhältnisse. Dabei werden die im Eis eingeschlossenen Luftbläschen genauer untersucht (sog. Isotopenanalyse).

November 2023

Vulkane sind derzeit oft ein Gesprächsthema, rumoren doch drei Vulkane in Europa. Zum einen macht sich der Ätna auf Sizilien bemerkbar, zum anderen gab es zuletzt auch im Bereich der Phlegräischen Felder nahe Neapel viel Bewegung. Und zuletzt ist es auch auf Island sehr unruhig.
Vulkanausbrüche können auch Einflüsse auf unser Klima nehmen. Zumeist wirken sie kühlend, denn bei großen Ausbrüchen wird Schwefeldioxid hoch in die Atmosphäre geblasen und dort bildet sich dadurch eine dünne, die Strahlung zurückwerfende Schicht.
Anders verhielt es sich mit dem Hunga Tonga Vulkan vor zwei Jahren. Er bewirkt derzeit eher eine Erwärmung.

Ein seltenes Himmelspektakel war zuletzt über Osttirol zu sehen. Spektakuläre Polarlichter färbten den Nachthimmel rötlich. Zahlreiche Hobbyfotografen und Webcams fingen das Ereignis ein.
Verantwortlich für die Polarlichter ist die Sonne, die ständig sog. Plasma ins All schleudert. Diese Plasmawolken bestehen aus geladenen Teilchen und treffen bei verstärkter Sonnenaktivität auch die Erde. Die energiereichen Teilchen können manchmal tief in die Erdatmosphäre eindringen. Dabei werden Luftmoleküle ionisiert und zum Leuchten angeregt. Voraussetzung: Der Teilchenstrom von der Sonne muss schnell und dicht genug sein, dass auch bei uns Polarlichter zu sehen sind.

Wenn die Temperaturen bei uns zu sinken beginnen, dann hört man häufiger als im Sommer in den Wetterberichten von Sturmtiefs.
Warum ist das so?
Unsere Tiefs verdanken ihre Energie im Gegensatz zu den tropischen Tiefs (Hurrikans und Taifune) dem Unterschied der Temperaturen zwischen der Arktis und den Tropen.
Nun nimmt der Temperaturunterschied zum Winter hin deutlich zu, weil die Arktis stärker abkühlt als der Äquator. Im Sommer scheint in der Arktis durchgehend die Sonne, im Winter ist es dort dunkel. Kein Wunder also, wenn es am Nordpol ausgesprochen kalt ist und die Druckgegensätze deutlich größer werden.

„Sonne und Wind schicken keine Rechnung“, lautet das Motto der Energiewende. Klingt einfach, ist es aber nicht. Deutschland hat etwa enorm viel Geld in die Energiewende gesteckt. Günstiger wurde der Strom nicht, im Gegenteil. Ein Grund: Gerade im Sommer wird untertags oft so viel Strom durch Wind und Sonne erzeugt, dass man das Überangebot ans Ausland verschenken muss. Nachts ergibt sich bei sog. Dunkelflaute (kein Wind/Sonne) das gegenteilige Bild: Man muss den Strom teuer einkaufen. Sogar österr. Pumpspeicherkraftwerke profitieren. Sie beziehen tagsüber billigen deutschen Strom und pumpen damit Wasser hinauf in Speicherseen. Nachts wird dann Strom produziert und verkauft.

Oktober 2023

Anfang der Woche hat mir der Hochnebel doch etwas Kopfzerbrechen bereitet. Wetterprognosen bei Nebel oder Hochnebel sind generell sehr schwierig, nicht nur im Flachland sondern auch bei uns in den Alpentälern.
Besonders bei der Entstehung und beim Auflösezeitpunkt liegen selbst die besten und hochaufgelösten Wettermodelle oftmals daneben. Dann kann es durchaus schon mal vorkommen, dass es den ganzen Tag grau bleibt, obwohl ja eigentlich herrlicher Sonnenschein angesagt ist.
Generell gilt bei uns, je später im Herbst und bei kaltem Ostwind, kann der Hochnebel zäh sein. Bei mildem Südwestwind steigen die Auflösungschancen dafür rapide.

Obwohl sich der Sommer heuer nur sehr langsam geschlagen gibt, denken schon manche Zeitgenossen an den kommenden Winter und stellen sich die Frage. Wird er kalt, kommt viel Schnee oder brauchen wir auch heuer nur selten den dicken Wollschal?
Solche Fragen werden auch mir als Meteorologen bereits herangetragen und ich möchte ein paar Hinweise geben.
Statistische Untersuchungen belegen, dass nach einem extrem warmen September (das war der heurige auf jeden Fall) ein zu warmer Winter folgt. Ob dadurch auch nur wenig Schnee kommt, ist eine andere Frage. Für genug Schnee brauchen wir eigentlich nur einmal ein kräftiges Genuatief.

Der September war in weiten Teilen Mitteleuropas und damit auch österreichweit der wärmste September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch der Oktober legte einen außergewöhnlich warmen Start hin. Vielerorts wurden neue Wärmerekorde für den Oktober erreicht. Vor allem der Dienstag war klimatologisch einer der extremsten Tage, die Österreich je erlebt hat. Zum Teil wurden die alten Rekorde pulverisiert.
Auch der landesweite Monatsrekord wurde geknackt. In Langenlebarn (nahe Tulln in Niederösterreich) wurden 30,3 Grad gemessen.
In Osttirol (Lienz) bleibt der alte Oktober-Monatsrekord aus dem Jahr 1985 mit einem Tageshöchstwert von 26 Grad aufrecht.

September 2023

Die Monate September und Oktober sind zumeist die besten Monate um bei uns Bergtouren zu planen.
Entscheidend dafür sind die immer noch angenehm warmen Temperaturen und vor allem auch die geringere Gewittergefahr. Aufgrund der abnehmenden Sonneneinstrahlung wird die Luftschichtung stabiler und Gewitter treten somit immer seltener auf.
Zudem sind auch die Sichtverhältnisse im Herbst zumeist deutlich besser als im Sommer, denn die Luft ist trockener.
Ein weiterer Vorteil im Hochgebirge ist die Schneesituation. Normalerweise gibt es im September und Anfang Oktober am wenigsten Schnee in der Höhe.

Auch wenn man beim Wetter derzeit noch nicht viel vom nahenden Herbst bemerkt: Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen.
Die Tage werden jetzt schnell kürzer. Tag für Tag nimmt die Tageslänge nun bereits um rund 3 bis 4 Minuten ab. Das ist sehr viel. Ging die Sonne Anfang September erst kurz vor 20 Uhr unter, verschwindet sie Ende September schon eine Stunde früher und dementsprechend schneller wird es abends auch wieder dunkel.
Am 23. September ist die sogenannte Tagundnachtgleiche. Dann ist nach dem Kalender Herbstanfang. Anschließend werden die Tage insgesamt wieder kürzer als die Nächte sein, und zwar ein halbes Jahr lang.

Im meteorologischen Sommer 2023 (1. Juni bis zum 31. August) registrierte das Blitzortungssystem in Österreich etwa 1,1 Millionen Blitzentladungen (Wolken- und Erdblitze). Der Blitzanzahl lag dabei im Mittelfeld der vergangenen 10 Jahre. Deutlich mehr Blitze gab es vor allem in den Jahren 2012 und 2017. Auf Bundeslandebene lag das Bundesland Steiermark auf dem ersten Platz, gefolgt von Oberösterreich und Kärnten. Was fällt sonst noch auf?
Im Süden Osttirols war die Blitzdichte höher als im Norden.
In Außervillgraten wurde zudem der zweitstärkste Blitz des Landes gemessen: Hier gab es für kurze Zeit eine Entladung mit rund 306.000 Ampere (306 kA).

Juli 2023

Seit Bestehen unseres Unternehmens betreiben wir eine eigene Wetterhotline (0900/511599), wo sich etwa Landwirte persönlich beim diensthabenden Wetterexperten informieren können. Viele nutzen das Angebot, insbesondere als Hilfestellung bei der Heumahd.
In den letzten Jahren sind immer mehr Wetter-Apps für das Handy auf den Markt gekommen. Die Qualität dieser Wetter-Apps ist meist schlecht. Solche kostenlosen Wettervorhersagen sind reine Computerberechnungen ohne jede Überprüfung. Die Daten stammen vielfach auch nur aus einem einzigen Modell für die ganze Welt.
Wir haben hingegen immer mehr, vor allem aber regionale Wettermodelle im Überblick.

Juni 2023

Die meiner Meinung nach beste Wetterregel umschreibt den Siebenschläfertag. Dabei muss die Wetterregel breiter auffassen und den Zeitraum von Ende Juni bis etwa 10. Juli betrachten.
Ist das Wetter zu dieser Zeit sonnig, stabil und warm, so sollte auch der Hochsommer bis Ende August ähnlich sein. Ist das Wetter wechselhaft und eher kühl, dann wird auch häufig der Hochsommer unbeständig.
Die Großwetterlage hat sich zuletzt umgestellt und nunmehr gibt es auch wieder ein Azorenhoch. Dieses schickt in nächster Zeit immer wieder einen Ausläufer zu uns, sodass die Chancen für einen freundlichen Siebenschläferzeitraum recht groß ist.

Feuchte Luft ist leichter als trockene Luft. Das ist eine Tatsache und für die Wetterprognose insbesondere in der warmen Jahreszeit (Sommermonate) sehr wichtig.
Eigentlich könnte man denken, dass feuchte Luft durch die zusätzliche Ansammlung mit Wassertröpfchen schwerer wäre. Betrachtet man die Sachlage genauer, so erkennt man, dass feuchte Luft jedoch eine geringere Dichte als trockene Luft besitzt. Die trockene Luft besteht hauptsächlich aus Stickstoff- (N2) und Sauerstoffmolekülen (O2), die schwerer wiegen als die Wassermoleküle (H20) in der feuchten Luft.
Fazit: Feuchte Luft kann allgemein leichter aufsteigen und zu Gewittern führen.

Der heurige „Wonnemonat“ Mai täuschte nicht. Er war wirklich kein „Wonnemonat“ sondern ein ausgesprochen trüber Monat. Ich habe aus Neugierde in der Statistik von Lienz zurückgeblättert und fand erst im Jahr 1984 einen noch sonnenscheinärmeren Monat Mai als heuer.
Wenn man noch weiter bis in das Jahr 1961 zurückgeht, dann kann man feststellen, dass der Mai 2023 in Sachen Sonnenschein an zweiter Stelle steht, wenn man den Mangel an Sonnenstunden betrachtet.
Weiters war der heurige Mai auch deutlich zu feucht und die Temperaturen entsprachen weitgehend dem langjährigen Durchschnitt.

Ist es möglich, dass bei uns der Flügelschlag eines Schmetterlings irgendwann einmal einen Tornado in den USA auslösen kann? Theoretisch ist das denkbar, was mit der Chaostheorie als der sog. Schmetterlingseffekt bekannt wurde.
Herausgefunden hat das ein amerikanischer Mathematiker und Meteorologe. Er arbeitete vor mehr als 80 Jahren an einem einfachen Wettervorhersage-Modell. Dabei gab er Zahlen ein und erhielt eine Vorhersage. Beim 2. Test rundete er die Zahlen, sodass sie sich nur minimal veränderten. Dann kam eine völlig andere Vorhersage heraus. Für sehr komplexe Systeme wie das Wetter gilt damit: „Kleinste Ursachen (Veränderungen) können größte Wirkung haben.“

Mai 2023

Die ersten zweieinhalb Dekaden des „Wonnemonats“ Mai waren gar nicht so wie es der Name versprechen sollte.
Es war nämlich ungewöhnlich trüb und die Sonne zeigte sich ausgesprochen selten am Himmel. Damit der Monat Mai nicht als ungewöhnlich trüb bezeichnet werden kann, müssten die restlichen Tage des Monats praktisch wolkenlos bleiben.
Dies ist natürlich kaum ein Thema und daher kann man bereits jetzt sagen, dass der Monat Mai als ausgesprochen trüber Monat in die Geschichte des Wetters Osttirols eingehen wird.
Aber nicht nur der Mai wird trüb sein, auch der vergangene April sparte mit Sonnenschein.

Die Wetterlage scheint derzeit komplett eingefahren zu sein. Ein Italientief jagt das nächste und die Temperaturen sind vorerst noch deutlich unterdurchschnittlich.
Am letzten Sonntag hatte uns ein Tief namens BENEDIKT fest im Griff, am Dienstag war dann das Tief CHAPPU wetterwirksam. Beide Tiefs brachten flächenhafte, zeit- und gebietsweise auch ergiebige Niederschläge. Oben auf den Bergen liegt viel Schnee. Die Gletscher wird das sicher freuen!
Die Serie an Italientiefs in diesem Frühjahr reißt auch am kommenden Wochenende nicht ab, aber das nächste Tief kreist mit seinem Zentrum doch weiter im Süden. Die Auswirkungen auf unser Wetter halten sich so in Grenzen.

Der vergangene Monat April präsentierte sich wenig frühlingshaft. Zwar war es in den ersten Tagen recht sonnig und auch angenehm warm, bald aber übernahmen Tiefdruckgebiete das Kommando beim Wetter. Insgesamt war der Monat um etwa 1 Grad zu kühl, ein wenig zu feucht und vor allem sonnenscheinarm.
Wer nun auf einen sonnigen „Wonnemonat“ Mai hoffte, wurde bisher mehr als enttäuscht. Auch die ersten Tage des neuen Monats brachten wenig Sonnenschein mit und auch die Statistik der letzten Jahre gibt wenig Hoffnung.
Letztmalig im Jahr 2017 war der „Wonnemonat“ auch wirklich ein „Wonnemonat“ mit überdurchschnittlich viel Sonnenschein.

Im Mai ist die Bandbreite beim Wetter zum Teil enorm. Es gibt Spätfröste (Stichwort: Die Eisheiligen) und zum Teil auch schon frühsommerliche Temperaturen, zumindest aber den ersten richtigen Sommerhauch im Jahr.
Wenn man die Klimastatistiken im Mai genauer durchsieht, so fällt auf, dass beispielsweise in Lienz die 30-Grad-Marke durchaus schon geknackt werden kann. Selbst in den höheren Tallagen (z. B. Kals, St. Jakob im Defereggental) ist der erste Sommertag des Jahres möglich. Damit sind Tageshöchsttemperaturen bis über 25 Grad drin.
Mit den wärmeren Luftmassen gibt es häufig auch schon die ersten kräftigen Gewitter mit Blitz und Donner.

April 2023

Große Vulkanausbrüche haben in der Vergangenheit das globale Klima für eine gewisse Zeit deutlich abgekühlt. Besonders beeindruckend war der Sommer 1816, als nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora 1815 das Wetter ungewöhnlich frisch war.
So gab es in Europa sehr kühles Sommerwetter mit Schneefällen im Juli und großen Ernteausfällen.
In der letzten Woche brach auf der russischen Halbinsel Kamtschatka der Vulkan Shiveluch aus. Er sandte eine Aschewolke bis in 20 km Höhe. In dieser Wolke befand sich auch Schwefeldioxid, das sich nun ein wenig abkühlend auswirken könnte. So groß wie beim Tambora 1816 werden aber die Auswirkungen sicher nicht sein.

Oft kann man vom Tal aus beobachten, dass es in höheren Lagen regnet oder schneit. Man sieht regelrecht die Fallstreifen mit Regen oder Schneefall, die unterhalb der Wolkenbasis in Form von Haaren oder Schlieren hervorstehen.
Diese Fallstreifen haben in der Meteorologie den Namenszusatz Virga (lat. dünner Zweig, Stab) bekommen. Diese Art von Niederschlag besteht aus ganz feinen Eiskristallen oder Regentropfen, die in der Luft verdunsten, bevor sie den Boden erreichen.
Fallen Regen oder Eiskristalle aus einer feuchten Luftschicht mit Wolken in trockenere Schichten hinab, wird der Niederschlag von der trockenen Luftschicht aufgehalten und kann sich gänzlich auflösen.

Vor allem an den Nachmittagen gibt es im Frühling in vielen Tälern einen oft sehr kräftigen Wind. In Lienz handelt es sich dabei zumeist um einen Ostwind. Warum gibt es diesen Wind und weshalb ist er im Frühling oft auch sehr kräftig.
Dieser Taleinwind entsteht durch die unterschiedlich starke Erwärmung der engen Täler im Vergleich zu den breiteren Tälern und Becken.
Die geringere Luftmengen in den engen Tälern wird rascher erwärmt. Warme Luft ist aber leichter als kalte und somit entsteht in den engen Tälern ein Unterdruck. Deshalb wird Luft angesaugt und es entsteht somit der bekannte Taleinwind.

Es ist ein Sieg, auf den Osttirol wohl lieber verzichtet hätte. Doch die neuesten Messungen des Alpenvereins zeigen bei uns den größten Gletscherschwund. Das Schlatenkees, ein Gletscher in der Venedigergruppe, hatte im Jahr 2021/22 mit fast 90 Metern den größten Längenverlust unter Österreichs Gletschern. Auf dem 2. Platz folgt die Pasterze, die 87,4 Meter schrumpfte.
Schuld ist der Klimawandel bzw. dessen Folgen. Gibt es noch Hoffnung für die heimischen Gletscher? Ich habe sie noch, wenngleich ich zugeben muss, dass ich schon mal zuversichtlicher war. Manche Forscher behaupten sogar, dass in rund 50 Jahren alle Gletscher verschwunden sein könnten!

März 2023

Es ist ein Sieg, auf den Osttirol wohl lieber verzichtet hätte. Doch die neuesten Messungen des Alpenvereins zeigen bei uns den größten Gletscherschwund. Das Schlatenkees, ein Gletscher in der Venedigergruppe, hatte im Jahr 2021/22 mit fast 90 Metern den größten Längenverlust unter Österreichs Gletschern. Auf dem 2. Platz folgt die Pasterze, die 87,4 Meter schrumpfte.
Schuld ist der Klimawandel bzw. dessen Folgen. Gibt es noch Hoffnung für die heimischen Gletscher? Ich habe sie noch, wenngleich ich zugeben muss, dass ich schon mal zuversichtlicher war. Manche Forscher behaupten sogar, dass in rund 50 Jahren alle Gletscher verschwunden sein könnten!

Der astronomische Frühling hat in dieser Woche begonnen, genauer gesagt am Montag (20. März) exakt um 22:24 Uhr. Dieser Zeitpunkt wird als Tag-und-Nacht-Gleiche bezeichnet. Dabei ist der Tag genauso lang wie die Nacht. Die Tag-und-Nacht-Gleiche findet zweimal im Jahr statt – einmal im März (Frühlingsbeginn) und einmal im September (Herbstbeginn).
Dass für den Frühlingsbeginn ein fixer Zeitpunkt angegeben wird, hat einen Grund: Exakt um 22:24 Uhr stand die Sonne am Äquator im Zenit bzw. senkrecht über dem Äquator. Die Sonnenstrahlen sind dort also im 90-Grad-Winkel direkt auf die Erdoberfläche getroffen.
Hinweis: Der Frühling startet nicht jedes Jahr am gleichen Tag.

In der letzten Woche schrieb mein Kollege Werner Troger über einen neuen Minusrekord an Schnee in den Schweizer Alpen. Aber auch bei uns in den Bergen gibt es sehr wenig Schnee.
Unsere Region ist jedoch nur klein im Vergleich zum gesamten Globus und so sollte es nicht verwundern, wenn es in anderen Teilen der Welt mehr Schnee gibt.
Es gibt sogar über die gesamte Nordhalbkugel gesehen derzeit zu viel Schnee. So gab es zuletzt zum Beispiel auf Mallorca sowie in Kalifornien kräftige Schneefälle. In diesen Regionen ist Schnee eher die Ausnahme. Während dort die Schneemengen deutlich zu groß sind, sind sie eben bei uns deutlich zu gering.

Februar 2023

Manche glauben immer noch an den Hundertjährigen Kalender und an Wettervorhersagen aus dem Mittelalter. Das Original basiert auf den Aufzeichnungen von Abt Mauritius Knauer, der aus langjährigen Beobachtungen seine Prognosen für Wetter und Ernte in Franken (Süddeutschland) ableitete.
Sehr gewiefte Geschäftemacher kamen irgendwann auf die Idee, dass das Wetter aus dem deutschen Kloster für den ganzen deutschsprachigen Raum gültig ist und sich ständig wiederholen würde. Wie zuverlässig diese Prognosen sind, können Sie selbst überprüfen. Wer das macht, wird merken, dass die Trefferquote bei 50% liegt – also dem Wert, der dem Würfeln entspricht.

Seit beinahe drei Jahren herrschen im Bereich des Äquators westlich von Südamerika starke Ostwinde vor, die das Wetterphänomen „La Nina“ verursachen. „La Nina“ ist das Gegenteil von einem „El Nino“, wo warmes Wasser nach Westen strömt. Bei einem „La Nina“ strömt kaltes Wasser westwärts.
Dies hat global beachtlichen Einfluss auf das Wetter und ein „La Nina“ bringt zum Beispiel Australien viel Regen. Auch bei uns in Europa wird das Wetter durch „La Nina“ oder „El Nino“ beeinflusst. Nun schaut es aber so aus, dass sich in den nächsten Monaten ein „El Nino“ entwickelt. Damit dürften weltweit auch wieder die Temperaturen ansteigen.

Am letzten Wochenende gab es in Teilen Tirols neue Rekordtemperaturen im Winter. In Innsbruck erreichten die Temperaturen mit 21,7 Grad den höchsten Wert seit Messbeginn vor über 140 Jahren.
Diese Rekordwerte waren einer meteorologischen Besonderheit geschuldet – dem Westföhn. Normalerweise kommt der warme Föhnwind in Innsbruck aus Süden: Vom Brenner her pfeift der Wind durch das Wipptal und erreicht so die Landeshauptstadt.
Bei Westföhn überströmt der Wind dagegen die Arlbergregion und erreicht daraufhin das Inntal. Dabei sinkt die Luft aus größerer Höhe ins Tal herab als bei Südföhn, sodass sich die Luft bei diesem Föhn auch stärker erwärmen kann.

Auf dem 1900 m hohen Mount Washington wurde zuletzt eine Windchill-Temperatur von unter -78 Grad gemessen. Damit wurde der bisherige Rekord aus Alaska gedopt.
Was ist aber die Windchill-Temperatur?
Bei Windstille fühlen sich zum Beispiel -10 Grad anders an als bei kräftigem Wind, weil durch den Wind auf der Körperoberfläche mehr Wasser verdunstet und dies zu einer weiteren Abkühlung führt. Man merkt diesen Abkühlungseffekt auch im Sommer beim Verlassen des Wasserbeckens. Man hat anfänglich im Freien kalt. Die Windchill-Temperatur ist somit praktisch die wirklich gefühlte Temperatur und nicht die gemessene.

Jänner 2023

Anfang der Woche hat es auch bei uns in Osttirol zum Teil stärker geschneit. Die größte Ladung an Neuschnee hat das Tiroler Gailtal bzw. das Lesachtal abbekommen. Hier sind mehr als 30 cm Schnee gefallen, wohingegen das Tief am Felbertauern (Südportal) weniger als 10 cm brachte.
Bei diesem Schnee handelte es sich wegen der Kälte um sehr leichten, lockeren Pulverschnee. Je pulvriger aber der Schnee ist, desto rascher nimmt die Schneehöhe ab, wenn es wärmer wird. Der Pulverschnee fällt dann rasch in sich zusammen. Die Schneehöhe sagt daher bei Pulverschnee eigentlich wenig über die Schneemenge aus. Fazit: Es schaut zunächst nach mehr aus, als es schlussendlich ist.

Viele in Osttirol und Oberkärnten spitzen die Ohren, wenn sie hören, dass ein Adriatief im Anzug ist. Sie glauben dann, dass besonders viel Regen oder Schnee bevorsteht.
Diesmal will ich nun aber dieser Meinung entgegentreten und erklären, warum das nicht so ist.
Bei uns ist es entscheidend, aus welcher Richtung der Wind bläst. Kommt er eher vom Norden, dann ist es nordföhnig und Regen oder Schnee gibt es nur wenig an. Kommt der Wind hingegen aus dem Süden oder Südosten, dann staut sich bei uns die Luft und es regnet und schneit mehr.
Bei einem Adriatief kommt die Luft zumeist aus Nordosten und daher wirkt oft der Nordföhn.

Die vorläufige Klimabilanz des staatlichen Wetterdienstes ZAMG für das Jahr 2022 bestätigt, was viele bereits vermutet haben. 2022 zählt österreichweit wahrscheinlich zu den drei wärmsten Jahren der Messgeschichte.
An einigen Wetterstationen wird 2022 sogar das wärmste Jahr der Messgeschichte. Neue Rekorde zeichnen sich zum Beispiel für Klagenfurt, Kufstein und Obergurgl ab. Auch Lienz gehört dazu! 2022 bestätigt somit den Trend zu einem immer wärmeren Klima. Unter den 25 wärmsten Jahren der Messgeschichte sind fast nur Jahre der jüngeren Vergangenheit ab etwa dem Jahre 2000.

Dezember 2022

Immer wieder stellt sich hierzulande – pünktlich zu Weihnachten – eine vergleichsweise milde Westwetterlage ein. Tatsächlich ist dieses Muster typisch, es gibt sogar einen Fachbegriff dafür: „Weihnachtstauwetter“ nennt sich das Phänomen. Auch dieses Jahr wird es einige Tage um Weihnachten herum zum Teil sehr mild. Der Schnee dürfte das zumindest stellenweise kaum überstehen.
Das Weihnachtstauwetter ist nicht der einzige Witterungsregelfall (Singularität) im Jahresverlauf. Die Schafskälte ungefähr Mitte Juni oder die Hundstage im Sommer werden ebenfalls fast jedes Jahr beobachtet. Auch die Eisheiligen, welche letzte Nachtfröste im Mai bringen, gehören dazu.

Umstellung der Großwetterlage! In den letzten Jahren kann man feststellen, dass eine eingefahrene Großwetterlage länger dauert und nicht selten eine Jahreszeit bestimmen kann. So sind auch die lange Trockenperiode dieses Sommers und der viele Schnee des vorletzten Winters zu erwähnen.
Nunmehr scheint sich die Großwetterlage neuerlich umzustellen und es bauen sich über dem Nordmeer ein stabiles Hoch sowie über dem Atlantik und Italien zwei Tefdruckgebiete auf.
Eine solche Wetterlage wäre für uns niederschlagsträchtig und könnte daher bei einer längeren Dauer durchaus wieder mehr Schnee für den kommenden Winter bei uns bedeuten.

Die Großwetterlage, welche sich zuletzt eingestellt hat, kommt nicht oft vor. Normalerweise liegen wir in Mitteleuropa in einer Westwindzone, wobei die Wetterfronten in erster Linie von West nach Ost ziehen. Derzeit ist es genau umgekehrt: Die Wetterfronten ziehen oft von Ost nach West weiter und streifen dabei auch unser Land. Was ist dafür verantwortlich?
Eine ausgeprägte Hochdruckzone liegt über dem Norden Europas und Tiefdruckgebiete befinden sich über dem Süden Europas. Insgesamt hält sich diese sogenannte High-over-Low oder auf gut deutsch Hoch-über-Tief-Wetterlage sehr hartnäckig. Der Ostwind fühlt sich allgemein recht kalt an.

November 2022

Wie wird der Winter? Diese Frage stellen sich bereits viele Mitmenschen und hoffen auf eine Antwort der Meteorologen. Leider sind Langfristprognosen noch sehr unsicher. Ein paar Hinweise zur Winterwitterung gibt es jedoch.
Heuer ist das Mittelmeer wieder sehr warm und sollte die Strömung passen, dann könnte die dadurch bedingte größere Feuchtigkeit bei uns an der Alpensüdseite auch mehr Schnee verursachen. In dasselbe Horn blasen auch die Berechnungen des amerikanischen Wetterdienstes Accu. Dieser sagt auf der Alpensüdseite mehr Schnee als normal voraus.

Österreich will bis 2040 klimaneutral werden – also ohne Kohle, Öl und Gas auskommen. Die damit verbundene Abkehr dieser fossilen Brennstoffe und der massive Ausbau von Solar-, Wind- und Wasserkraft werden große wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen mit sich bringen.
Eine Klimaschutz-Maßnahme, die enorme Mengen an CO2-Emissionen verhindert, ist eine Temporeduktion auf den Straßen. Laut Umweltbundesamt würden allein Tempo 100 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Freilandstraßen in Österreich rund 830.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden. Positive Nebeneffekte: Weniger Spritkosten, bessere Luftqualität, weniger Lärm und weniger Unfälle!

Der NASA ist zuletzt eine kuriose, aber gleichzeitig auch sehr spektakuläre Aufnahme der Sonne gelungen. Darauf scheint die Sonne ein breites Grinsen oder Lächeln aufgesetzt zu haben. Verantwortlich dafür ist derzeit eine recht rege Sonnenaktivität.
Die Aktivität unserer Sonne folgt einem regelmäßigen Zyklus. Etwa alle 11 Jahre pendelt die Aktivität zwischen einer ruhigen Phase und einem Abschnitt mit hoher Aktivität hin und her. Hohe Aktivität bedeutet dabei deutlich mehr Plasmaausbrüche und starke sog. Sonnenwinde. Das kann sich auch auf der Erde bemerkbar machen. Das nächste Maximum der Sonnenaktivität wird zwischen November 2024 und März 2026 erwartet.

Oktober 2022

Der heurige Oktober geht als einer der wärmsten in die Geschichte der Meteorologie ein. Da fragen sich manche Zeitgenossen, ob ein warmer Oktober Hinweise auf den kommenden Winter liefern kann.
Und wirklich, es gibt Wetterregeln, die nach einem trockenen und warmen Oktober von einem kalten Hochwinter sprechen
Dabei muss man jedoch bedenken, dass ein kalter Hochwinter nicht automatisch viel Schnee bedeutet und manche Winterfans somit enttäuscht werden könnten.
Insgesamt sagt die Wetterregel, dass nach einem sehr warmen, trockenen Oktober zumindest ein Hochwintermonat zu kalt sein sollte.

Anfang dieser Woche wurde stellenweise in Österreich noch die 25-Grad-Marke erreicht bzw. sogar überschritten. Die Nullgradgrenze kletterte vorübergehend bis über 4000 Meter Seehöhe an. Damit gab es Bedingungen wie im Sommer – und das Mitte Oktober.
Außergewöhnlich oder ganz normal? Es ist wohl eher ersteres zutreffend. Der Montag war beispielsweise regional rund 11 Grad (!) wärmer als normal. Stimmen die Prognosen, dann bleibt es bis zum Monatsende mild. Damit ist der Oktober schon der Achte zu warme Monat des Jahres 2022. Normal bis zu kühl waren nur der April und September. Positiver Aspekt – gerade wegen der hohen Energiepreise: Die Heizkosten sind gering.

Der vergangene Dienstag (4. Oktober), Tag des Heiligen Franziskus von Assisi, wurde international von Tierschützern als „Welttierschutztag“ ausgerufen. Just am gleichen Tag lese ich einen Tweet auf Twitter, dass ca. 800.000 Hunde in Österreich im Jahr über 500.000 Tonnen CO2 (Kohlendioxid) verursachen. Fast 2 Millionen Katzen verursachen rund 400.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Alle Hunde und Katzen in Europa bewirken 60 Millionen Tonnen CO2! Haustiere sind also scheinbar ein großer Klimafaktor in Zeiten der Klimaerwärmung.
Meine Meinung dazu, ganz ehrlich: Man kann es mit Blicken durch die „Klimaschutz-Brille“ manchmal auch etwas übertreiben. Das ist fast schon Klimahysterie!

September 2022

Den Niederschlag (Regen) kann man leicht messen, indem man einen Niederschlagsmesser kauft oder ihn nach einer Anleitung im Internet gleich selber baut. Der Regenmesser sollte möglichst exponiert aufgestellt werden, also zum Beispiel nicht in mittelbarer Nähe zum Haus und natürlich nicht unter einem Baum. Wichtig ist daher, dass der Regenmesser möglichst ungeschützt irgendwo im Freien steht und den Regen leicht einsammeln kann.
Sehr oft sind es 0 Millimeter, manchmal aber auch mehr als 20 Millimeter an einem Tag. Nach der täglichen Messung wird der Behälter geleert. Im ganzen Jahr fallen in vielen Orten Osttirols durchschnittlich mehr als 900 Millimeter.

Am 15. Jänner 2022 brach in der Region des Inselstaates Tonga der Vulkan Hunga Tonga-Hunga Hapai aus. Es war der größte Vulkanausbruch seit vielen Jahrzehnten und die Asche- und Wasserdampfwolke schoss bis in eine Höhe von 58 km.
Normalerweise würde ein solche großer Ausbruch das Klima für ein paar Jahre und um ein paar Zehntel Grad abkühlen. Diesmal ist es jedoch völlig anders. Bei diesem Ausbruch wurde nämlich sehr viel Wasserdampf in die hohe Atmosphäre geschleudert und dieser Wasserdampf fungiert als Treib-hausgas.
Deshalb könnte dieser Vulkanausbruch statt einer Abkühlung eine Erwärmung bringen.

Der letzte Sommer war in weiten Teilen Europas der wärmste und trockenste der letzten Zeit. In Österreich war er sogar der viertwärmste in der 255-jährigen Messgeschichte Dass es jedoch nicht überall auf der Welt zu warm war, das möchte ich mit ein paar Beispielen in unserer Nähe zeigen:
So vermeldete Island einen der kühlsten Sommer der letzten Jahrzehnte und in der Hauptstadt Reykjavik stieg die Temperatur nur auf einen Höchstwert von 17,9 Grad. Außerdem gab es dort wiederholt Schneefälle im Landesinneren und viele Gletscher blieben schneebedeckt. Auch auf Grönland war es sehr kühl und es schmolz deutlich weniger Schnee als im Durchschnitt.

August 2022

Die Klimaerwärmung wirkt sich auf die Wasserbilanz aus: Je wärmer es ist, desto mehr Feuchtigkeit verdunstet aus den Böden in die Luft. Außerdem verlängert ein wärmeres Klima die Vegetationsperiode und die Pflanzen entnehmen über einen längeren Zeitraum Wasser aus den Böden. Dadurch steigt die Gefahr von Dürren und trockenen Wetterphasen.
Andererseits kann wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen, der dann in Form von Niederschlag wieder ausfallen kann. Die Gefahr von lokalen Starkregenereignissen nimmt zu. Untersuchungen zeigen, dass Wetterlagen mit Unwetterpotenzial in Österreich seit den 2000er-Jahren um etwa 20 Prozent zugenommen haben.

Der Dürresommer 2022 in weiten Teilen Europas wird von vielen Menschen auf die globale Erwärmung zurückgeführt. So einfach ist das ganze aber nicht:
Die Großwetterlage war entscheidender für diesen Sommer, denn es baute sich über unserem Kontinent ein sehr stabiles Hoch auf, welches Fronten vom Atlantik blockierte. Natürlich könnte diese Großwetterlage auch vom globalen Erwärmungstrend unterstützt worden sein.
Denn was auffällt ist die Beständigkeit der Großwetterlagen in letzter Zeit. Heuer hatten wir über Monate sonniges und heißes Sommerwetter, im vorletzten Winter für lange Zeit Tiefdruckwetter, welches uns viel Schnee bescherte.

Im heurigen Sommer war es in weiten Teilen Europas ungewöhnlich trocken und deshalb auch recht heiß. Deshalb, weil bei einem Mangel an Feuchtigkeit die Energie der Sonne vermehrt in fühlbare Wärme (Hitze!) umgewandelt und nicht zur Verdunstung herangezogen wird.
Warum ist es aber über so einen langen Zeitraum so sonnig und heiß?
Schuld ist wieder einmal die großräumige Wetterlage. Sie bewirkte in diesem Sommer über Europa ein stabiles Hoch, welches im Westen und im Osten von Tiefs flankiert wird. Diese Großwetterlage nennt man „Omega-Lage“, weil die Verteilung der Tiefs und Hochs einem Großen Omega ähnelt.

Juli 2022

Ein Hitze-Tipp: Wenn es draußen heiß ist, soll man die Fenster weit öffnen und für ständigen Durchzug sorgen. Geschlossene Fenster produzieren nämlich viel Feuchtigkeit und Schadstoffe (Kohlendioxid) bei stehender Luft. Gesund ist das sicher nicht. Kein Wunder, dass alte Menschen den Hitzetod sterben.
In geschlossenen Räumlichkeiten (Wohnung, Auto) steckt ein großer Teil der Wärme auch in den Gegenständen wie z.B. Möbel, Wände, Armaturenbrett, Plastikverkleidung. Wenn man nun lüftet, wird die Luft ausgetauscht und schlagartig angenehmer. Die Wärme steckt aber noch tief in den Gegenständen. D.h. sobald die Zufuhr frischer Luft aufhört, steigt die Temperatur rasch wieder an.

Die vergangenen Tage brachten in weiten Teilen Europas hochsommerlich heiße Temperaturen und in manchen Regionen wie zum Beispiel in Großbritannien neue Rekordtemperaturen.
Bereits Anfang des Monats konnte man aufgrund der sogenannten Siebenschläferregel vermuten, dass der heurige Hochsommer sehr warm werden dürfte. Laut dieser eingetroffenen Regel sollte es bis weit in den August hinein vorwiegend sonniges und heißes Wetter geben und nur einzelne, eventuell auch heftige Gewitter dürften Regen bringen.
In den meisten Sommern endet eine solche Periode um den 20. August herum und dann wird es häufig merklich kühler.

Große Teile des Mittelmeers sind heuer ungewöhnlich warm. Vielfach liegen die Wassertemperaturen um drei bis 5 Grad über den Werten, die normal zu dieser Jahreszeit im Juli gemessen werden. Grund sind lange Hitzewellen in den vergangenen Wochen. Dadurch konnte sich das Wasser immer weiter aufheizen. Es ist zu erwarten, dass die Wassertemperatur wohl noch weiter ansteigt. Die hohen Wassertemperaturen haben negative Auswirkungen für Urlauber und das Ökosystem: Eine Folge dürfte die abnehmende Wasserqualität sein, weil Mikroorganismen einfach mehr werden. Außerdem kann das sog. Land-See-Windsystem auch kaum mehr eine kühlende Wirkung entfalten.

Juni 2022

Beim Bergsteigen, Wandern oder anderen Aktivitäten im Freien, kann ein plötzlich aufziehendes Gewitter zum Problem oder sogar richtig gefährlich werden. Man muss dann oft eine Entscheidung treffen, ob man schnell Schutz suchen muss oder ob man weitermachen kann. Dabei spielen die Entfernung, Richtung und Geschwindigkeit des Gewitters eine große Rolle.
Wie berechnet man die Entfernung eines Gewitters grob? Am besten zählen Sie die Sekunden zwischen Blitz und Donner. Der Schall legt etwa 1 km in 3 Sekunden zurück. Teilt man die Sekundenzahl zwischen Blitz und Donner durch 3, so erhält man ungefähr die Entfernung in Kilometern.

Eine der besten Wetterregeln im Jahr ist die sogenannte „Siebenschläferregel“. Sie beschreibt das Wetter zum Monatswechsel Juni/Juli und sollte auf die Hochsommerwitterung bis Mitte August hinweisen. Ist es Ende Juni/Anfang Juli überwiegend sonnig und warm, dann dürfte auch der Hochsommer ähnliches Wetter bringen, ist es hingegen wechselhaft und eher kühl, dann sollte auch der Hochsommer zumeist unbeständiges Wetter bringen.
Somit sollten wir in der nächsten Zeit genauer das Wetter betrachten um eine Ahnung für den Rest des Sommers zu bekommen. Diese Wetterregel funktioniert bei uns in mehr als 2 von 3 Fällen und ist somit recht gut.

In den Wetterberichten ist oft vom Azorenhoch die Rede, ein Hoch unweit der Inselgruppe der Azoren weit draußen auf dem Atlantik. Besonders dort entstehen stabile Hochdruckgebiete bzw. es herrscht oftmals beständig hoher Luftdruck, daher werden sie auch Azorenhochs genannt. Seine Ableger schieben sich manchmal bis nach Mitteleuropa vor und bringen dann auch bei uns sonniges sowie sehr warmes Wetter im Sommer.
Ebenso regelmäßig formieren sich über Skandinavien und der Ostsee Hochdruckgebiete, an deren Südflanke trockene Luft nach Mitteleuropa strömt. Auch diese Hochs bringen meist schönes Wetter, die Temperaturen steigen aber nicht so stark an.

Der Wonnemonat Mai hat sich in diesem Jahr überwiegend freundlich und überdurchschnittlich warm präsentiert. Zeitweise musste man sich folgende Frage stellen? Ist eigentlich noch Frühling oder haben wir schon Hochsommer. Örtlich wurde auch schon die 30 Grad-Marke erreicht bzw. überschritten. Die sogenannten Eisheiligen sind komplett ausgefallen.
Die Bedeutung der Eisheiligen werden dabei überschätzt. Statistisch gesehen kann man keine signifikante Häufung von Frost zwischen dem 11. und 15. Mai feststellen. Es wird einfach vom Monatsanfang bis zum Ende langsam unwahrscheinlicher, dass es Frost gibt. Das verwundert nicht, denn der Sommer rückt näher!

Mai 2022

Die Gletscher in den Alpen schmelzen seit der 80-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts dahin. Vor allem die größeren Gletscher wie zum Beispiel die Pasterze werden jährlich kleiner und so mancher, kleine Gletscher ist bereits unwiderruflich verloren.
Auch heuer sind die Vorzeichen für die Gletscher miserabel. Nach einem trockenen Herbst und einem schneearmen Winter sind bereits jetzt im Mai manche Gletscher da und dort aper. Somit könnte die Schmelzperiode sehr lange bis in den Oktober andauern und eine enorme Eisschmelze bedingen.
Hilfe für die Gletscher könnten nur wiederholte Kälteeinbrüche mit Schneefall während des Sommers bringen.

Es ist Mai und die Pollenbelastung nimmt bei entsprechenden Wetterbedingungen stark zu.
Derzeit sind vor allem viele Fichtenpollen unterwegs, die vom Wind massenhaft aufgewirbelt und verteilt werden. Die Pollen können bei starkem Wind sogar kilometerweit getragen werden. Windböen wehen ganze Wolken von Fichtenpollen aus den Wäldern. Das sieht zwar unheimlich aus, ruft jedoch selbst bei starken Allergikern kaum Beschwerden hervor. Der Blütenstaub färbt dafür alles gelb und das Putzen macht nur wenig Sinn.
Die stärksten allergischen Belastungen durch Baumpollen (Birke, Esche, …) liegen mittlerweile hinter uns. Nun ist aber die Zeit der Gräserpollen gekommen!

In der warmen Jahreszeit nimmt die Gewitterneigung wieder deutlich zu und nachmittägliche Regenschauer oder Gewitter sind nicht selten ein tägliches Phänomen. Warum ist das aber so?
Wolken entstehen durch ein Ansteigen feuchter Luftmassen, die dadurch abkühlen und die Feuchtigkeit in Form von Wolken sichtbar machen. Im Sommer heizt die Sonne den Boden stark auf. Die darüberliegende warme Luft ist leichter als kalte Luft und steigt deshalb auf. Es entstehen dadurch die typischen Quellwolken, die im Laufe des Tages immer größer werden. Sind sie groß genug, dann vereisen Sie und eine Gewitterwolken entsteht. Danach regnet sich diese Wolken oft wieder aus.

Obwohl wir schon in den Mai gestartet sind, weist das Wetter dieser Tage zum Teil recht aprilhafte Züge auf. Geringe Luftdruckgegensätze sind dafür verantwortlich. Was bedeutet das?
Wenn weder Hoch-, noch Tiefdruckeinfluss vorherrschend sind, spricht man von einer flachen Druckverteilung bzw. von geringen Luftdruckgegensätzen. Diese Wettersituation in Kombination mit einer labil geschichteten Luftmasse bereitet uns Meteorologen oft Kopfzerbrechen. Kleinräumige und sogenannte Konvergenzzonen (mit Regenschauern) und sogenannte Divergenzzonen (mit sonnigen Aufheiterungen) liegen oft nahe beisammen. Eine Detailprognose ist deshalb extrem schwer.

April 2022

In den letzten Wochen erreichte immer wieder einmal Staub oder Sand aus der Sahara unser Land und sorgte zum Teil für trübe Verhältnisse, zum Teil aber auch für farbenfrohe Wolkenbilder und Sonnenuntergänge.
Wie aber kann Saharasand den langen Weg aus Nordafrika bis zu uns nach Mitteleuropa nehmen.
Gibt es über der Sahara ein kräftiges Tief, dann wirbelt der oft sehr starke Wind den Sand auf und verfrachten ihn zum Teil bis in große Höhen (nicht selten bis über 5 km Höhe). Dort wird dann der Sand mit starken Südwinden nordwärts geführt. Der Sand ist sehr leicht und sinkt daher nur langsam ab und erreicht somit oft auch unser Land.

„Warum gibt es derzeit so häufig Wind und ist das normal?“, so oder ähnlich lauten viele Fragen, die mich in letzter Zeit erreicht haben.
Gerade im Frühling kommt an vielen Tagen und vor allem bei Sonne am Nachmittag oft ein lebhafter Wind auf. Warum ist das so?
Die Luft in den engeren Tälern kann sich rascher erwärmen als zum Beispiel im Lienzer Becken oder in den breiten Tälern Unterkärntens. Grund dafür ist die Tatsache, dass in einem engen Tal weniger Luft erwärmt werden muss als in einem breiten Tal. Deshalb entsteht tagsüber in den engen Tälern ein Unterdruck, der die Luft dann ansaugt. Dieser Wind heißt Taleinwind und kommt bei uns zumeist aus dem Osten.

„Der April macht, was er will.“ Jeder kennt diese Bauernregel. Kein anderer Monat ist so launisch und gegensätzlich. Die Bandbreite des Wetters im April ist enorm: Schnee, Graupelschauer, Frost, Gewitter, aber auch strahlender Sonnenschein und sommerliche Wärme sind möglich. Oft wechselt das Wetter auch innerhalb eines Tages mehrmals.
Was ist der Grund dafür? In Südeuropa baut sich im April oft bereits das Sommerhoch auf. Es wird hier stabiler, sonniger und warm. Aber im hohen Norden lauert noch der Winter. Je nach Richtung der Luftströmung kommen wir einmal in den Genuss der Wärme, dann aber kann sich das Wetter auch wieder spätwinterlich kalt zeigen.

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Formulierung Schlechtwetter-Schönwetter

Hochdruckwetter mit Sonnenschein und Tiefdruckwetter mit Regen Ein Leser einer großen österreichischen Tageszeitung hat uns unlängst eine Anregung bzw. eine Bitte bezüglich der Formulierung des Wetterberichtes geschickt. Er schreibt: Besonders in Zeiten der Klimaerwärmung finde ich die Bezeichnung eines Tiefdruckwetters bzw. Regen als „Schlechtwetter“ – und Hochdruck bzw. Sonnenschein als „Schönwetter“ – unangebracht. „Schlecht“ und … Weiterlesen

Sturmschaden – Wann zahlt die Versicherung bestimmt?

Sturmschaden In Mitteleuropa war es zuletzt wirklich extrem stürmisch. Ein Sturmtief jagte das nächste, es gab also eine richtige Sturmserie. Auch bei uns in Osttirol erreichte der Wind lokal Sturmböen. Oben auf den Bergen wurden teils sogar orkanartige Windböen bis über 100 km/h verzeichnet. Starker Wind richtet oft auch Schäden an. Betroffenen stellt sich dann … Weiterlesen

Was bedeutet Tauwetter im Winter genau genommen?

Tauwetter Unlängst hat mich ein Universitätsprofessor auf eine Ungenauigkeit aufmerksam gemacht, als ich in der Überschrift eines Wetterberichtes das Wort „Tauwetter“ verwendet hatte. Sein Einwand erfolgte bei einer winterlichen Hochdruckwetterlage mit sehr trockener Luft und durchaus zu Recht. Bei solchen Wetterlagen kann kein Tauwetter auftreten – selbst wenn die Lufttemperaturen deutlich im Plusbereich sind. Bei … Weiterlesen

Besondere Inversionswetterlage im Jänner 2022

Inversionswetterlage Mit einer sogenannten Warmfront ist es zu Beginn dieser Woche zu einem nachhaltigen und markanten Temperaturanstieg gekommen. Der Weg für vergleichsweise milde Atlantikluft wurde frei. Allerdings, wie häufig zu dieser Jahreszeit, konnte sich die milde Luft nicht überall in Osttirol gleich gut in Szene setzen. Man konnte zum Teil große Temperaturunterschiede feststellen: Mit Wind … Weiterlesen